Keep it simple and stupid, baby!

Meine goldene Regel lautet:
Inhalt -> Funktion -> Design

Wenn man zuerst was in Photoshop gestaltet, ohne vorher darüber nachzudenken, wo was hinkommt und wie genau der Inhalt aussehen wird; oder überhaupt nachdenkt, wie der Besucher am benutzerfreundlichsten auf die Inhalte zugreifen kann, dann kommt nur riesen BULLSHIT raus. Dieser Bullshit wird meistens von Mac-Usern produziert. Das klingt komisch, aber ich habe mich lange Zeit damit beschäftigt und auch diese Deppen beobachtet. Mac-User denken, dass sie automatisch kreativ, allwissend und allem überlegen werden, weil sie vor einem Apple-Rechner mit ach so tollem Klicki-Bunti MacOS sitzen.
Auch wenn Studien1 davon sprechen, dass das Apple-Logo für die Kreativssteigerung verantwortlich ist, muss es trotzdem nicht heißen, dass der Anstieg einem von den anderen hervorgehoben hat. An dieser Stelle will ich aber nochmal erwähnen, dass ich auf Studien scheiße und ganz besonders auf diese.

Aber jetzt mal zu meiner goldenen Regel:

Wenn ich mir Gedanken über den Inhalt mache, dann beschränkt es sich nicht damit, zu entscheiden, wie viel Loremipsum-Text wohin geklatscht wird. Ich überlege mir, was man wo und in welcher Menge schreiben kann. Dabei mach ich mir sogar Gedanken, welche Keywords (also Schlüsselwörter, mit denen Besucher von Google aus diese Seite finden) ich in welcher Menge wo einsetzen kann. Dabei werde die Texte so geschickt verfasst (ich bin kein guter Schreiber, aber trotzdem sind meine Texte besser als 0815-Wieso-Sie-sich-für-uns-entscheiden-sollten-Texte) dass bei hohem Keyword-Anteil trotzdem die Texte Sinn ergeben.

Neben dem Inhalt achte ich natürlich auch auf die Benutzerfreundlichkeit.
Ich lass mich nicht von Web 2.0 und diesem Ajax-Bullshit blenden. Benutzerfreundlichkeit und Funktion stehen vor Design und deswegen klatsche ich auch nicht überall irgendwelche Throbber oder verschiebbare Widgets. Bei manchen sieht es so aus, als würde sie irgendwie gerne komplett auf HTML verzichten, und direkt alles als Bild ausgeben. Vor allem diese Designer die vom Print kommen und den Webseitenbesuchern zeigen wollen, was für krasse Schriftschnitte sie in ihrer Sammlung haben.

Zum Schluss dann halt das Design. Bei den ersten zwei Schritten hab ich mir natürlich Gedanken über das Design gemacht und auch schön gezeichnet, aber erst jetzt starte ich Fireworks (ja, richtig. Fireworks!) und fange an, mir Gedanken über Farbe und Form zu machen. Ich schau mir keine Online-Webdesign-Galerien an, nein, ich lauf durch Haus und schau mir die Gegenstände an. Wenn man sich bestimmte Gegenstände genau ansieht, dann erkennt man Formen, die man sonst nirgends so einfach im Web findet. Ich könnte jetzt eine Handvoll Beispiele aufzählen, aber ich will hier auch niemanden zu stark beeinflussen. Es ist ja auch irgendwie wichtig, dass man für sich selbst eine Corporate Identity erschafft; etwas, woran jeder die eigenen Designs wiedererkennen kann.

Auf Reflexionen, diagonale Linien, Beta-Schriftzug im Logo oder eine Vergewaltigung der Typografie solle man verzichten.

Achja, ich will mich jetzt nicht als Ober-Designer hinstellen. Ich denke halt nur, dass man sich meine goldene Regel ausdrucken und irgendwo im Zimmer aufhängen sollte.

1 Google einfach mal danach.


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Kommentare

  1. 28. April 2008, 14:31

    saripari hat geschrieben:

    Was du sagst macht auf jeden Fall Sinn, allerdings kommt es auch schwer darauf an, wen man anspricht bzw. was für einen Zweck die Seite hat. Klar, im wirtschaftlichen Sinne MUSS das alles in erster Linie auf Inhalt und Funktion abgepasst sein, aber mal im Ernst, ich werd mir die Mühe nicht für meinen Blog machen. Da reicht es mir, dass er a) gut aussieht und b) der Inhalt stimmt. Ich verdiene damit im Prinzip kein Geld, jedenfalls nicht mit Keywords und Google Usern, weshalb es dann keinen Unterschied macht, wie was rüberkommt bzw. wie funktional das ist. Wem’s nicht passt, dem passt’s halt nicht.

    Mit Macs hat das aber meiner Meinung nach reichlich wenig zu tun bzw. da pauschalisierst du sehr. Ich hab auch keinen Mac und arbeite meistens genauso lapidar (dazu sei aber zu sagen, dass ich ja überhaupt kein Coder oder Designer bin, sondern das eher Hobbymäßig mache damit ich nicht immer diese vorgefertigte Scheisse nehmen muss).

  2. 28. April 2008, 17:48

    Peter hat geschrieben:

    Regeln existieren, um gebrochen zu werden. Mit solch dogmatischen Herangehensweisen nach Schema F greift man früher oder später gründlich in’s Klo. Alles, auch Web2.0-Ajax-Geblinke, hat seine Existenzberechtigung.

  3. 28. April 2008, 19:52

    alican hat geschrieben:

    @saripari
    Diese Vorgehensweise ist bei Blogs natürlich nicht notwendig, da sie im Vergleich zu größeren Projekten nicht so komplex sind und man sich sowieso immer an einen gängigen Schema hält. Aber trotzdem gewinnt man so, wie ich es dargestellt habe, Zeit, dass aber bei Blogs im Nachhinein nicht spürbar viel ist.

    Das mit den Macs sollte nur mal wieder eine dumme Auflockerung sein. Mac-Bashing hatte ich lang nicht mehr gemacht und es wurde wieder mal Zeit; jedenfalls hatte ich gestern Abend ein Verlangen danach.

    @Peter
    Flexibilität ist wichtig und man muss solche Regeln auch brechen, da es in Projekten auch zu Planänderungen kommen. Aber wenn man sich nicht unter Kontrolle hält, passiert das gleiche, wie den Leuten von 3DRealms.
    Natürlich ist auch Ajax/JavaScript toll, aber da, wo man es auch braucht. Also, wenn sie eine notwendige Funktion erfüllen. Etwas nur so als Effekt einzubauen, um ein Wow-Effekt hervorzurufen, aber dafür auf ein Teil der Besucher zu scheißen, ist bestimmt keine intelligente Entscheidung.

  4. 23. Mai 2008, 18:31

    Alex hat geschrieben:

    Die wichtigste Regel die Du genannt hast ist aber sicher zunächst den Inhalt zu bestimmen und dann das Aussehen. Genau das wird viel zu oft vernachlässigt, da diese beiden “Abteilungen” getrennt voneinander arbeiten oder zumindest nicht in einem angemessenen Masse miteinander. Die genannte Keyworddichte ist heute eigentlich kein Kriterium mehr, umso wichtiger finde ich es die richtigen Inhalte auch an der richtigen Stelle platzieren zu können und dies für den Besucher und nicht für eine Maschine. Obwohl gerade die Platzierung für diese Maschinen ein nicht zu unterschätzender Faktor ist…

  5. 29. Mai 2008, 22:16

    pantoffelpunk hat geschrieben:

    Ich bin auch ein dringender Verfechter des Einhaltens bestimmter Usability-Standards und des sparsamen und gezielten Einsatzes von Flash und animiertem Gif. Trotzdem:

    Erstens mal kann ich an diesem Text NICHT sehen, dass Deine Texte gut oder besser als andere sind, wobei ich auch nicht weiß, mit wem Du Dich da misst.

    Zweitens: Webseiten von Unternehmen sollen meistens mehr als nur reine Informationen rüberbringen – wie bei einem Flyer sagen Druck-Qualität und aber auch Farben, Formen, Aufmachung eine ganze Menge über das Unternehmen aus. Und ein Kunden-Kunde, der im Internet auf der Suche nach einem neuen Lieferanten ist, lässt sich nun mal eher durch einem ansprechenden Internetauftritt halten, als durch valides XHTML, denn das interessiert ihn nun mal nicht die Bohne.

    Du krittelst hier an irgendwelchen Logos herum, aber was machst Du Profi, wenn der Kunde so etwas fordert, weil er es als modern empfindet und – so what? – das vielleicht einfach genau sein Geschmack ist? Glanz, Schlagschatten, Spritzlichter, abgefahrene Fonts, für die er sogar bereit ist, nen Tausender an den Font-Shop zu legen… lehnst Du den Auftrag ab? Oder machst Du ihn wie gefordert und verachtest dann den Kunden, weil er ja nicht so puristisch ist wie Du, ein Amateur eben!?

    Als letztes: Mit Dir im Team zu arbeiten, muss extrem anstrengend sein. Arogante, klugscheißende, nerdige Meckerzwerge sind nämlich Job 0.9 – und zwar <em>beta</em>, wenn überhaupt.

  6. 1. Juni 2008, 12:31

    alican hat geschrieben:

    Dass du dich da angegriffen fühlst ist ja verständlich. Da man an deinem Design bei lebensmittelfotos.com sehen kann, dass du gerne eine Spiegelung verwendest, obwohl es überhaupt nicht rein passt.

    > Ich bin auch ein dringender Verfechter des Einhaltens bestimmter

    > Usability-Standards […]

    Achja? Komisch. Letztens zeigte ich jemanden deine Seite als Beispiel für misslungene Usability.

  7. 10. Juni 2008, 17:26

    pantoffelpunk hat geschrieben:

    <blockquote>Achja? Komisch. Letztens zeigte ich jemanden deine Seite als Beispiel für misslungene Usability.</blockquote>

    Gnihihihi, Quatschkopf!

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