Projektwoche

Für die Projektwoche sollten wir uns ein Thema aussuchen. Da in der Zeit viel über PC-Modding und Tuning geredet und geschrieben wurde, schlug ich halt ein Thema in dieser Richtung vor. Es gab noch zwei weitere Schüler, die sich mir angeschlossen hatten. Unser Ziel war es, ein Rechner zusammen zu bauen, die Leistung zu messen, zu tunen (Chips übertakten) und dann wieder zu messen, um so den Leistungsgewinn zu ermitteln. Dabei wollten wir noch ein Fenster an die Gehäusetür einbauen, das graue Gehäuse neu lackieren und Außen sowie Innen mit Lichtern schmücken. Leider ging einiges schief und die Benotung war auch nicht gerade toll.

Irgendwie kamen wir in den Besitz einer Diskette. In der Diskette waren mehrere Word-Dateien, eins davon die Beobachtung von unserem Projektwochenbetreuer. Hakan und ich bekamen die Note 5, Tim eine 6. Beim Lesen der Beobachtung hatten wir uns so amüsiert, dass wir die schlechten Noten sofort vergessen hatten.

Die Namen habe ich geändert, auch meinen, da ich nicht weiß, wo überall dieser Text landen wird, nachdem ich das veröffentliche. Also, Serkan wäre ich dann. Und das war vor ca. 5 Jahren.

Projekt „Bau eines PCs“

Schülerverhalten:

Hakan will die Leistungsfähigkeit seines Computers steigern und das Gerät optisch aufwerten. Er arbeitet zielgerichtet, hat dabei jedoch keine Vorstellung vom Umfang der beabsichtigten Arbeit und ist sich nicht darüber im Klaren, dass er noch nicht einmal Bruchteile dessen, was er sich vorgenommen hat, wird bewältigen können. Hakan war der erste aus der Gruppe, der heute (26.01.) die Schule, die Lehrer und die Schulleitung für die bisherigen Mißerfolge der Projektgruppe verantwortlich zu machen versuchte.

Serkan bringt ebenso wie Hakan einiges handwerkliches Geschick in die Arbeit ein. Serkan weiß Alles, so glaubt er. Serkan scheint Urheber des Projektthemas zu sein und ist der Ansicht, dass man die Leistung eines Rechners problemlos messen kann, das Gerät ohne Folgen „übertakten“ kann und danach sogar noch ein funktionsfähiges Gerät erhält.

Tim meidet jede „überflüssige“ Bewegung. Er hat wohl auch schon mal eine Steckkarte an einem Rechner ausgetauscht, aber er tut das, ohne zu wissen, was er damit bewirkt. Tim hat schon einmal damit begonnen, die Funktion einzelner Baugruppen eines PC sehr laienhaft zu beschreiben. Wie diese Übung in das Projekt eingeht, ist unklar.

Vorbereitungsphase:

Hakan und Serkan planen, während Tim fast immer fehlt.

Planung :

  • PC aus Teilen zusammenbauen und einrichten
  • „übertakten“
  • „schmücken“ mit einem Fenster und Lichtern
  • Aussehen und Leistungsdaten vorher aufnehmen
  • Aussehen und Leistungsdaten hinterher dokumentieren
  • PC soll aus Schulbeständen kommen

Obwohl mehrfach darauf hingewiesen, dass sie sich selbst um ein Gerät kümmern müssen, haben sich die Schüler erst am 21.01.04 um einen PC aus der Schule bemüht, Erfolg es gab keinen ! Um ihn unbrauchbar zu machen, sollten die Schüler ein eigenes Gerät verwenden (Herr Rau). Anm. : Richtig !

Durchführungsphase:

23.01. : Der aus eigenem Besitz von Hakan mitgebrachte Apparat kam am 23.01. zerlegt an, „weil man das Ding so leichter transportieren kann.“ Vor dem Zerlegen soll der Rechner noch funktioniert haben (Aussage am 23.01. vor der ersten großen Pause).

Dann war das Netzteil kaputt. Für die Schüler war zunächst klar, dass sie nur bei Herr Rau fragen müssten, um alle benötigten Teile zu bekommen : Sie bekamen kein Netzteil. Serkan wollte heim gehen, um das Netzteil aus seinem eigenen Computer auszubauen. Da das nicht gestattet werden konnte, hat er sich das Ding von seinem Bruder bringen lassen, der wohl nur daheim herumsitzt, um auf solche Aufträge zu warten. Ich habe kein Bruder; wir haben das nur als Ausrede benutzt; Wir sagten, dass wir unten auf mein Bruder warten, sind aber in Wahrheit schnell zu mir nach Hause gerannt und haben das Netzteil aus meinen Rechner ausgebaut

Dann fiel den Herren endlich auf, dass sie keinen Monitor hatten. Prozession zu Herr Rau, … Dort wurde wohl auch klar, dass eine Tastatur und eine Maus hilfreich sein könnten, beides wurde ebenfalls ausgeliehen.

Einschalten – Nichts ! Resumé der Schüler : Der Monitor ist kaputt. Deshalb haben wir aus dem Raum der AG Amateurfunk einen anderen Monitor geholt und den vor den Augen der Schüler ausprobiert, er hat funktioniert. An Hakans Rechner tat er das nicht.

Statt eines endlich anlaufenden Computers gab es jetzt lange Gesichter : Ein Chip, der mit dem BIOS, befand sich nicht mehr an seinem Platz auf dem Motherboard des Rechners, sondern in der Hand eines Schülers und ihm, dem Chip, nicht dem Schüler, fehlte ein Bein.

Es gibt keine Erklärung dafür, warum dieses Bauteil von der Platine entfernt wurde und wie das „Beinchen“ abhanden kam. Mein Vorschlag war, statt dessen, ein kleines Stück Draht anzulöten. Das gelang, leider war der Computer dennoch noch nicht funktionsfähig. Nach weiteren Versuchen stellte sich heraus, dass ein Defekt auf dem Motherboard vermutlich die Ursache für die Zerstörung des Netzteils war. Jetzt kam nämlich heraus, dass der Rechner schon länger nicht mehr funktioniert.

Meine Empfehlung : Netzteil und Motherboard übers Wochenende gebraucht besorgen. Eine Händleradresse in Weiterstadt habe ich mitgeteilt. Zum Aufschneiden des Gehäuses wird ein Metallsägeblatt für eine Stichsäge benötigt, das die Schüler noch besorgen müssen (Hersteller vorhandener Stichsägen wurden mitgeteilt).

26.01. Hakan und Tim warten etwa 30 Minuten auf Serkan, der sich um die Ersatzteile und das Sägeblatt kümmern sollte. Als Serkan kommt, stellt sich heraus, dass er seine Aufgaben nicht erledigt hat. Dafür findet sich Sprühlack, mit dem das bereits einmal blau gespritzte Computergehäuse jetzt rot lackiert werden kann.

Hakan versucht, vom Computergehäuse mit der Handsäge eine Seite zu entfernen und kann nur durch mehrmaliges Zureden davon abgebracht werden.

Während der dritten Stunde findet Hakan völlig überrascht in seinem Rucksack doch zwei geeignete Metallsägebätter für eine unserer Stichsägen. Er weiß plötzlich auch, für welches Fabrikat diese Dinger passen. In der Pause sind wir schnell zum Eisenwarenladen gerannt und haben die Sägeblätter passend zur Maschine gekauft

Nächstes Problem : Statt der ursprünglich vorgesehenen Plexiglasscheibe soll jetzt ein Aquarium (Breite 30 cm, Höhe 30 cm, Tiefe 5 cm), in das sogar Fische eingesetzt werden sollen, den Computer „zieren“. Im Gehäuse des Computers ist für dieses Aquarium nicht ausreichend Platz, deshalb muss es so eingebaut werden, dass es seitlich rund 4 cm übersteht.

Der ursprüngliche Plan, mit Lichteffekten aus Leuchtdioden das „Innenleben“ des Rechners sichtbar zu machen und einen von innen beleuchteten Schriftzug in das Gehäuse zu schneiden, wurde fallen gelassen. Statt dessen wurde vollkommen unrealistisch geplant, im Gehäuse 5 cm Tiefe Platz für ein Aquarium zu haben. Netzteil und tragende Teile des Gehäuses müssten dann allerdings „auswandern“.

Und dann gibt es noch den zusätzlichen Lüfter : Vorn im Gehäuse wurde mit der Lochsäge in Kunststoff eine runde Öffnung gefertigt, darauf sollte ein mitgebrachtes Gitter montiert werden, Schrauben und Muttern dazu – Fehlanzeige. Lüfter – Fehlanzeige. Ziergitter aus Edelstahl : Bei Montage stark beschädigt.

Letzte Aktion heute : Zwei Leuchtdioden in der Front des Rechners werden durch ultrahelle Typen ersetzt. Es müssen natürlich teure Typen sein (blau, ultrahell 2,30 €) und selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass der Lehrer so etwas vorrätig hat. Das Geld für die Dioden hat er bis jetzt nicht erhalten

Es gibt nicht den kleinsten Arbeitsschritt, bei dem den Schülern nicht jeder Handgriff ausdrücklich mehrfach vorher erklärt werden müsste. Andernfalls wird nur Material zerstört.

Schülerevaluation:

Man kann nicht entscheiden ob er „Hakan“ oder „Hakann“ heißt. Die eigene Schreibweise hängt wohl vom Wochentag, dem Wetter oder sonstigen Umständen ab. Hakan erkennt Probleme und ist auch an deren Lösung beteiligt. Seine Zufriedenheit steht in krassem Gegensatz zu den Arbeitsergebnissen der Gruppe.

Serkan hatte wie die anderen auch viel Spaß beim Zusammenbau des PC, der aber immer noch nicht läuft. Er ist der Meinung, es sei der Gruppe gut gelungen, Materialien vorzubereiten und Probleme zu besprechen.

Bei Hakan und Serkan war es schon nicht leicht, ihr Geschmier zu entziffern, bei Tim ist es mir stellenweise unmöglich. Tim hatte Spaß am Zusammenbau des nicht funktionierenden PC und daran, ein Loch in das Gehäuse zu schneiden. Ihm ist wichtig, „dass die Materialien da sind“.


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Kommentare

  1. 30. Mai 2008, 12:36

    Malik Aschtar hat geschrieben:

    hahahahhahahaha, jaaaaa hhhh, die Geschichte hab ich ja total vergessen hahaha, die Projekte mussten wir doch wegen dem Abschluss machen, oder? ^^ ja der Lok… nimmt sich immer viel vor^^(wie heißt er im text)

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